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Auf zu neuen Ufern

Auf zu neuen Ufern, das beschreibt mein Weg und mein Leben aktuell sehr gut. Es tut sich so viel in diesem Jahr.
 

 

Seit etwas über einem Jahr arbeite ich wieder in meinem Job, den ich vor meiner Schwangerschaft wirklich sehr gemocht habe. Die Arbeit an sich, das Themengebiet und das kollegiale Umfeld. Ich habe die 4 Jahre vor meiner Schwangerschaft auch neben dem Vollzeitjob studiert. Bin 2x im Monat für 2 Stunden Seminar nach Wuppertal hin und zurück gefahren, da es diese Art Fernstudium nicht in Hamburg gab, als ich anfing. Ich habe im Mutterschutz meine Bachelorarbeit geschrieben, sie mit einem 3 Monate alten Baby und einem Mann, der  solange das Kind betreute und mir nur zum Stillen brachte, fertiggestellt. Ich hatte mir überlegt nach der Elternzeit mehr Verantwortung zu übernehmen, eigene kleine Projekte zu betreuen und dadurch auch mehr Geld zu verdienen.
Letztes Jahr im September fing ich wieder an. Nur für 8 Stunden in der Woche und auch mehr wegen akuter Geldnöte und nicht weil ich unbedingt wieder arbeiten wollte. Die mir wichtigsten Kollegen waren weg oder im Begriff zu gehen. Die allgemeine Stimmung war konkurrenzbehafteter geworden. Es wurde mehr Zeit investiert einen Schuldigen für ein Problem zu suchen anstatt nach Lösungen. Und ich hing mit meinen 2x vier Stunden in der Luft. Zu wenig Zeit um irgendwas Größeres anzufangen, zu wenig Zeit um sich mit Kollegen auszutauschen, zu wenig Zeit um wirklich anzukommen. Ich war keinem Projekt wirklich zugeordnet, habe überall ein bisschen gemacht, wusste nicht woher die Proben kamen und wohin die Ergebnisse gingen.
 
Es sollte ja nur vier Monate so laufen, dachte ich. Wenn ich ab Januar erst mal wieder mehr hier bin, komme ich besser rein, dachte ich. Drei volle Tage, da schafft man was, dachte ich.
Ab Januar arbeitete ich 25 Stunden pro Woche auf  drei Tage verteilt, damit ich an den „freien“ Tagen genug Zeit für mein Business hatte. Aber dieses Gefühl der Lustlosigkeit, des nicht dazugehören, des Desinteresses und der Motivationslosigkeit blieben bestehen. Ich hatte den Bezug verloren. Mein Warum war weg. Ich fragte mich ständig nur „Warum tue ich das?“ „Warum bin ich hier?“ „Wen interessiert das?“ und „Wem nutze ich überhaupt?“
Ich hatte ständig das Gefühl meine Zeit zu verschwenden. Ich dachte, ich könne die Zeit so viel besser nutzen, wenn ich zu Hause wäre, an meinem Business arbeite, den Haushalt schmeiße, einkaufen gehe und trotzdem meinen Sohn früher von der Kita abholen könne um Zeit mit ihm zu verbringen.
Im Mai verstarb meine Mama an Lungenkrebs und wie es in solchen Fällen so oft ist, dachte ich auch über mich und mein Leben nach. Ich war nicht glücklich. Ich begann mit dem Gedanken zu spielen mir etwas Neues zu suchen. Meine unbefristete Stelle im UKE und die dazugehörige Sicherheit aufzugeben um neu anzufangen. Was ganz anderes zu machen. Etwas mit Menschen, etwas wo ich Leuten helfen oder ihnen eine Freude machen kann. Ganz ähnlich wie bei der Fotografie. Die ist nämlich leider noch nicht so weit, dass ich mich vollständig selbständig damit machen kann. Sonst wäre alles viel leichter.
Dann drei Monate später bekam ich vom Universum einen richtigen A****tritt. Ein weiterer Rückschlag im Leben veranlasste mich dazu nicht nur darüber nach zu denken, sondern auch darüber zu reden und dementsprechend zu handeln. 
Sobald ich damit begann, verselbstständigte sich irgendwie alles. Ich bekam Input von Freunden, Ansprechpartner, Angebote usw. Ich entschied mich für eine sichere Variante meiner Ausbruchspläne und versuchte mich innerhalb des UKEs umzuorientieren. Was schwieriger war als ich mir vorstellte, da es keine wirkliche Anlaufstelle gab. Das dachte ich bis jetzt, denn ich erfuhr von einer Freundin, die in einer ähnlichen Situation ist, dass es anscheinend eine extra Abteilung für genau solche Fälle gibt. Nun ja, ich schaffe es natürlich auch ohne.
Und wie es der Zufall (oder Mama Universe) so wollte fand ich eine Stellenausschreibungen im Kinder UKE. Es handelt sich um die Betreuung von Studien mit Muskelerkrankungen (so ganz ganz grob erklärt). Die Behandlungsmethoden sind denen ähnlich, die ich mit meinen Wissenschaftlern in den letzten Jahren bei Herzmuskelerkrankungen erforscht haben. Es ist mehr oder weniger so als würde ich meine eigene Arbeit eine Ebene höher setzen können. Ich finde das großartig.
Das Vorstellungsgespräch fühlte sich direkt familiär an und ich hatte fast schon das Gefühl wir besprechen direkt wann, wie und wo ich anfange und nicht ob und warum ich anfangen könnte. Ich merkte wie sehr die beiden Oberärzte für ihre Arbeit brannten und es steckte sofort an. Es müsste noch einiges im finanziellen Aspekt geklärt werden, aber mittlerweile ist das auch schon vom Tisch.
Die letzten Unterschriften fehlen noch, aber das sollten nur noch Formalitäten sein, da alles von Anfang an sehr offen kommuniziert wurde. 
Ich bin schon so gespannt auf diese neue Herausforderung und gleichzeitig habe ich so einen Respekt davor. Ich fange quasi bei Null an. Ich werde so gut wie alles neu lernen müssen. Es wird so sein wie vor 11 Jahren als ich Praktikantin in meinem jetzigen Labor war. Das alles macht mir schon ein wenig Angst, denn ich verlasse mein wohlig eingesessenes Labor und wage mich hinaus aufs offene Meer. Welche Abenteuer werden mich erwarten? Welche Ungeheuer muss ich bekämpfen und welche Schätze werde ich wohl finden. Es ist so aufregend!
Es bleibt weiterhin spannend. Genauso beim Fotografieren, die ersten Familienshootings mit neuem Service habe ich mittlerweile auch durchgeführt und was soll ich sagen? Es macht wirklich Spaß zusammen mit den Eltern die Bilder zu betrachten, bei der Auswahl zu unterstützen und sie zu ganz wundervollen Produkten zu beraten. Ich darf das Leuchten in ihren Augen sehen, das Glück und den Stolz in ihren Gesichtern, wenn sie ihre Kinder betrachten und manchmal ist sogar eine Träne der Rührung dabei. Das ist so unglaublich herzerweichend und ich bin unendlich dankbar dafür diese Momente mit erleben und ein Teil davon sein zu dürfen.
Genauso wie ich mich auf meine neuen Herausforderungen im UKE freue, freue ich mich auch darüber viele weitere wundervolle Familien kennen lernen zu dürfen.
Ich werde auch weiterhin davon berichten :-)
Alles Liebe 

 

Silke

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