Workshop

Sieben Kinder, Sieben Wege - Warum Kreativität keinen festen Fahrplan braucht

November 8, 2026

Ich habe lange daraufhin gefiebertund war unendlich nervös. In den Herbstferien war es endlich soweit, meinerster Zeichenkurs für Kinder hat stattgefunden. Sieben Kinder haben den Weg zumir gefunden und sind teilweise wirklich weit gefahren.

Gemeinsam haben wir vielausprobiert, wir haben große und kleine Linien und Formen gezeichnet,Kritzelbilder gemalt und Fantasietiere gewürfelt. Wir sind auch wie Elefantenund Hasen durch den Raum gelaufen und haben viele verschiedene Figuren undTiere gezeichnet.

Die Kinder waren sounterschiedlich wie ihre Bilder, die am Ende entstanden sind. Ich hatte schonerwartet, dass ich auf verschiedene Charaktere stoßen werde. Dass es am Endeaber wirklich so große Unterschiede geben wird, damit hatte ich dann doch nichtgerechnet.

Aber genau das hat den Kurs sehrbesonders gemacht. Die Kinder hatten so unterschiedliche Herangehensweisen, dieaber auch genau ihre Persönlichkeit widerspiegelten. Das war so schön mitanzusehen.  Manche Kinder haben einfachausprobiert und haben sich voll auf meine Ideen eingelassen, manche musstenihren Wunsch, dass alles immer perfekt aussehen muss loslassen und konnten dannaber umso mehr Neues lernen. Manche Kinder brauchte viel Inspiration von außenund manche stürzten sich mehr auf die Hintergrundgestaltung.

Es war wirklich spannend zu sehen,wie die Kinder so unterschiedlich mit den verschiedenen Aufgaben umgegangensind und was ihnen besonders gut gefallen hat und was vielleicht schwerer fielals ich erwartete. Wirklich gut kam mein kleines Würfelspiel an, bei dem siesich verschiedene Fantasietiere zusammen würfeln konnten, auch dieFlipchartpapiere waren super um zwischendurch einfach mal groß zu zeichnen undetwas loszulassen. Was dagegen schwieriger war als erwartet, war meinKritzelspiel. Da brauchten wir ein paar Runden um reinzukommen, weil esanscheinend nicht so leicht ist, in den Kritzeln Dinge zu erkennen, wenn mandas das erste Mal macht. Aber auch hier haben sich alle Kinder am Endereingefunden.

Mein kleines Highlight am erstenTag, war eine kurze Gesprächsrunde kurz vor Schluss, als wir gemeinsam insPlaudern kommen konnten und ich aus erster Hand erfahren durfte, dass dernervigste Satz von Eltern folgender ist (und ich glaube viele wissen schon, wasjetzt kommt): „Und? Wie war es (in der Schule)?“

Umso mehr freut es mich, dass dieKinder auf den ungeliebten Satz nur Gutes geantwortet haben, alle auch amzweiten Tag gerne wiedergekommen sind und ganz stolz ihre kleinen Meisterwerkemit nach Hause nehmen konnten und dort einfach weitergezeichnet haben.

Dieser Kurs hat mich wirklichbestätigt, dass ich gern weiter daran arbeiten und Kindern einfach einen Raumgeben möchte, in dem sie sich entfalten können, sich ausprobieren und Freude ander Entstehung und dem Lernprozess bekommen und nicht nur an einem fertigenErgebnis.

Was ich aus diesen zwei Tagen besondersmitnehme: Kinder brauchen nicht alle das Gleiche, um kreativ zu werden. Manchemöchten erst einmal ausprobieren, andere brauchen eine konkrete Idee, an dersie sich entlanghangeln können. Und wieder andere wissen schon ganz genau,wohin die Reise gehen soll.

Ich möchte ihnen dafür Werkzeugemitgeben, aber nicht den Weg vorschreiben. Denn sobald wir anfangen, Bilder nurdanach zu beurteilen, ob sie „gut“ oder „schlecht“ sind, geht schnell etwasverloren. Die Freude daran überhaupt etwas auszuprobieren.

Ich habe dazu 2 weitere Blogartikel geschrieben, die du dir hier ansehen kannst.

"Sieben Kinder, sieben Ideenwelten. Und jede einzelne war es wert, entdeckt zu werden."
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